25 Fragen - 25 Antworten zum Thema Autogas |
1. Was ist Autogas? Es werden hauptsächlich Systeme nach Auto- bzw. Flüssiggas (LPG- Liquefied Petroleum Gas) und komprimiertem Erdgas (CNG- Compressed Natural Gas) unterschieden. Im Anschluss beschrieben sind die mit Flüssig- bzw. Autogas betriebenen Fahrzeuge. Flüssiggase (wie Propan und Butan) sind Begleitgase bzw. Bestandteile von Erdgas, die unter geringem Druck verflüssigt werden. Bei der Entnahme von Flüssiggas aus einem Druckbehälter verändert Autogas seinen Aggregatzustand im Verhältnis 1/260 in einen gasförmigen Zustand. Flüssiggas lässt sich auch aus biogenen Rohstoffen, wie bspw. Holz oder anderen nachwachsenden Pflanzen (auch genannt Bio- Flüssiggas) herstellen. 2. Was sind die Vorteile von Flüssiggas betriebenen Fahrzeugen im Überblick?
3. Welche Autos kann man umrüsten? Es können alle Autos mit Otto- Motoren umgerüstet werden, die mit dem Kraftstoff Benzin betrieben werden. Das betrifft auch Motoren mit Direkteinspritzung, auch bekannt als FSI- Motoren. 4. Was kostet Flüssiggas und die Umrüstung? Der Mehrverbrauch (l/100 km) von Flüssiggas beträgt gegenüber Benzin ca. 20 Prozent. Flüssiggas kostet etwa die Hälfte von Benzin und ist bis zum Jahr 2018 relativ preisstabil. Die Ausstattung des Fahrzeuges mit einer Flüssiggas-Anlage sollte nur von geschulten Fachwerkstätten vorgenommen werden und kostet je nach Zylinderzahl und Leistung (KW) des Fahrzeuges i.d.R. zwischen 1.600 und 2.800 Euro zzgl. MwSt. Je nach Kraftstoffverbrauch, dem Verhältnis Kurz- und Langstrecke sowie der jeweiligen Fahrweise refinanziert sich diese Investition durchschnittl. ab ca. 20.000 Km Laufleistung/ Jahr bei der Inanspruchnahme einer 2jährigen Finanzierung sofort, da die monatlichen Benzinkosten vor dem Einbau der Autogasanlage fast identisch sind mit den monatlichen Gesamtkosten für den Flüssiggaskraftstoff und der Anlagenfinanzierung nach dem Einbau! 5. Welche baulichen Veränderungen werden am Fahrzeug durchgeführt? Otto- Motoren sind relativ einfach auf Autogas umrüstbar, ohne dass mechanische Veränderungen am Motor vorgenommen werden müssen. Generell lässt sich die Funktionsweise von Autogas-Systemen mit der von Benzineinspritzanlagen vergleichen. In separaten Leitungen wird das flüssige Autogas vom zusätzlich eingebauten Tank mit Hilfe eines Verdampfdruckreglers in den gasförmigen Zustand gebracht. Das Gas-Luft-Gemisch wird bis vor die Einlassventile der einzelnen Zylinder geführt. Ein Mikroprozessor regelt den Autogasantrieb. Bei FSI-Motoren (Direkteinspritzung) wird direkt am Steuergerät eine Veränderung vorgenommen, da dieser Motor im laufenden Gasbetrieb zusätzlich (aber nicht parallel) 8 bis 10 Prozent Benzin benötigt. Durch die Ausstattung des Fahrzeuges mit Autogastechnologie erlischt bei einigen Fahrzeugherstellern teilweise deren Gewährleistungspflicht bzw. Garantie auf das Fahrzeug! Eine Zusatz-Versicherung bei der MENEKS AG kompensiert diesen Garantieausfall bis maximal 160.000 Km Laufleistung. 6. Wie arbeiten Autogas- Motoren? Das Fahrzeug fährt im Benzinbetrieb, bis es die Betriebstemperatur von ca. 40° C erreicht hat. Dann schaltet das System automatisch auf den Gasbetrieb um. Das Verdampfermodul ändert den Aggregatzustand des Flüssiggases in gasförmig und anstelle des Benzin- Luftgemischs wird nun ein Flüssiggas- Luftgemisch im Otto- Motor verbrannt. Sollte das Flüssiggas aufgebraucht sein, schaltet das System wieder automatisch auf den Benzinbetrieb zurück. Zudem kann jederzeit einfach und gut erreichbar per Knopfdruck manuell von Gas- auf Benzinbetrieb umgeschaltet werden (bivalentes System). Autogas enthält keine Additive und ist dadurch motorschonend und geräuscharm! 7. Warum ist Autogas mit ca. 0,68 €/l gegenüber Benzin mit ca. 1,45 €/l so preisgünstig? Weil die Bundesregierung Autogas mit einem niedrigeren Mineralölsteuersatz fördert. Grund dafür ist u.a., dass autogasbetriebene Fahrzeuge einen viel geringeren Schadstoffausstoß aufweisen als bspw. benzinbetriebene Fahrzeuge. Von der Gas-Gewinnung bis zum Verbrauchsgerät entstehen im geschlossenen System weder Umwandlungsverluste noch Schadstoffemissionen. Autogas verbrennt nahezu rückstandsfrei. In Verbindung mit einem Katalysator können die Schadstoffe somit um bis zu 80 Prozent reduziert werden! 8. Welche Preisentwicklung wird für Autogas erwartet? Der Mineralölsteuersatz für Gas wurde in Deutschland bis zum Jahr 2018 festgelegt. Deshalb wird bis zu diesem Zeitpunkt für Autogas eine relative Preisstabilität erwartet. 9. Kann ein Leistungsverlust im Gasbetrieb erwartet werden? Nein! 10. Was wiegt die Autogasanlage im Fahrzeug extra? Das Leergewicht einer Autogasanlage beträgt einschließlich Tank ca. 40 Kilogramm. 11. Benötige ich für die Umrüstung eine Zulassung nach der StVZO? Für die Straßenzulassung eines auf Autogas umgerüsteten Fahrzeuges wird nach nationalem Recht eine Änderungsabnahme nach § 21 StVZO benötigt. Die EUROPSPAR bietet nahezu für alle Fahrzeugfamilien dieses Einzelabgas- Gutachten für 69,00 € zzgl. MwSt. beim Kauf eines Autogas-Systems. Bitte beachten Sie beim Kauf einer Autogasanlage, dass diese Systeme (Anlage + Tank) im Ausland oftmals ohne dieses Einzelabgas- Gutachten angeboten werden! 12. Wohin kommt der Autogastank?Die Autogastanks werden in der Regel in die Reserveradmulde des Kofferraums, als Zylindertank in den Kofferraum oder als Unterflurtank montiert. In der Regel entscheidet sich der Kunde für die Reserveradmulde. Dann sollte ein Reifen-Reparatur-Set mitgeführt werden! 13. Ist das Betanken mit Autogas schwierig? Nein. Das Tanken von Autogas ist genauso einfach/ schwierig wie das Tanken von Benzin oder Diesel. Die Autogas-Zapfsäulen sind eindeutig gekennzeichnet und haben im Vergleich zu Benzin- und Diesel-Zapfsäulen unterschiedliche Einfüllventile, so dass eine Verwechslung der Tanksäulen ausgeschlossen werden kann. Bei der Wahl des Gastank-Befüllanschlusses ist die direkte Integration neben dem Befüllanschluss für Benzin, also hinter der Tankklappe möglich. Für das Betanken ist dann zwar in den meisten Fällen ein einfach aufzuschraubender Adapter erforderlich, aber der Befüllanschluss ist für das Auge nicht sichtbar! 14. Gibt es ausreichend Tankstellen? Das Autogas- Tankstellennetz in Deutschland ist mit ca. 4.000 Stationen nahezu flächendeckend. Bis zum Jahr 2015 soll sogar jede 3. Tankstelle Autogas anbieten. 15. Kann ich auch im Auslandsurlaub Autogas tanken? Die Qualitätsanforderungen an Autogas sind europaweit einheitlich geregelt und ermöglichen so zumindest in der EU einen problemlosen grenzüberschreitenden Einsatz. In Europa sind derzeit ca. 20.000 Autogastankstellen in Betrieb. Durch das bilvalente Tanksystem können Sie jedoch jederzeit mit Bezin fahren, wenn keine Autogastankstelle erreichbar ist. 16. Wie wirkt sich die Umrüstung auf Kfz- Versicherung und Steuer aus? Einige Versicherungen bieten günstigere Ökotarife an. Fragen Sie nach! Die Kfz- Steuer bleibt unverändert, da die Steuerermäßigung bereits auf den Kraftstoff selbst erlassen wurde. 17. Wie sicher ist Autogas? Das Fahren von autogasbetriebenen Fahrzeugen ist sehr sicher. Das belegen auch Crash- und Brandtests des ADAC Anfang 2008. Umfassende Sicherheitsauflagen und umfangreiche Sicherheitseinrichtungen (z.B. druckfeste Autogastanks aus Stahl, Sicherheitsventile, automatischer Befüllstop, Rückschlag- und Rohrbruchventile etc.) gewährleisten selbst bei Unfall oder Brand einen sehr hohen Sicherheitsstandard. Der fachgerechte Einbau dieser Systeme erfolgt nach den Regeln der StVZO und muss im Anschluss daran durch TÜV/ DEKRA abgenommen werden. 18. Ist das Parken in Tiefgaragen verboten? Laut Mustergaragenordnung dürfen Autogasfahrzeuge in öffentlichen Tiefgaragen und Parkhäusern abgestellt werden. 19. Welche Besonderheiten gibt es bei der Wartung von Autogas- Anlagen? Wartungstechnisch gibt es die Besonderheit, dass Gasfahrzeuge in einem Turnus von 24 Monaten einer Gasanlagenprüfung (GAP) unterzogen werden müssen (neu seit 01.04.2006). Eine bestandene GAP ist Voraussetzung für die Zulassung zur Hauptuntersuchung (HU Plakette). Die GAP ist auch nach besonderen Ereignissen (Reparatur, Unfall) notwendig. 20. Gibt es andere TÜV- Intervalle durch die Umrüstung auf Autogas? Nein. Auf den Betrieb mit Autogas nachgerüstete Fahrzeuge werden wie konventionelle Pkws behandelt. 21. Bis zu welcher Laufleistung des Fahrzeuges rentiert sich eine Umrüstung auf den Betrieb mit Auto- bzw. Flüssiggas? Ab circa 130.000 km Laufleistung sollte vor der Umrüstung ein Kompressionstest des Motors vorgenommen werden. Zudem sollten Besitzer die TÜV-Intervalle berücksichtigen und sich im Allgemeinen fragen, wie lange das Fahrzeug auf Grund des Alters noch vom TÜV abgenommen wird. Neben mechanisch-technischen Gründen ist für die Berücksichtigung der Laufleistung auch die Begrenzung der Laufleistung in der Zusatz-Garantie ausschlaggebend. Beachten Sie bitte, dass die Begrenzung der Laufleistung je nach Versicherer variiert! Unser Versicherungspartner, die MENEKS AG versichert bis max. 160.000 Km Laufleistung. Weitere Informationen bitte hier klicken! 22. Welche Besonderheiten gibt es beim Fahren mit Auto- bzw. Flüssiggas? Sparen und Rasen schließen sich gegenseitig aus – auch beim Fahren mit Flüssiggas. Die Motordrehzahl sollte im Gasbetrieb nicht dauernd über 5.000 U/min gewählt werden, da es sonst zu thermischen Überbelastungen kommen kann, die die Lebensdauer verschiedener Bauteile erheblich verkürzt. Die Gasanlagen werden in Ländern, wie z. B. Italien und der Niederlande entwickelt, in denen die gesetzlich vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h nicht überschritten werden darf. Bis zu diesem Geschwindigkeitsbereich werden dort die Anlagensysteme optimiert. Trotzdem kann im Benzinbetrieb längerfristig die volle Leistung des Fahrzeuges abgerufen werden, solange der Fahrer es wünscht und die Mehrkosten akzeptiert. Sparsames Fahren erfordert generell und besonders mit Flüssiggas rechtzeitiges Schalten und sinnvolles Gas geben. Dabei sollte der Mehrverbrauch beim Fahren mit Flüssiggas nicht über 20% im Vergleich zu Benzin liegen. Sie sollten den Benzintank immer ½ voll füllen und zweimal im Jahr entleeren, um Schäden durch überaltertes Benzin zu vermeiden. Nach dem Einbau der Autogasanlage dauert es mitunter bis zu 3 Tankfüllungen, bis die Anlage komplett entlüftet ist. In dieser Zeit kann sich das Fahrverhalten noch leicht verändern, so dass die Anlage noch einmal nachgestellt werden muss. Diese Nachstellung gehört bis zu zweimal zur kostenfreien Serviceleistung der Fa. EUROPSPAR Autogassysteme , wenn die Autogasanlage bei uns erworben wurde. 23. Wie sichere ich mich hinsichtlich möglicher Schäden ab? Unterschieden werden muss zwischen der gesetzlichen Gewährleistung des Herstellers bzw. des Lieferanten bezüglich der Autogas-Anlage und einer zusätzlichen Garantie, die vorsorglich alle Schäden an Bauteilen und Baugruppen absichert, die durch eine Fehlfunktion der Autogasanlage Schaden nehmen könnten. Diese zusätzliche Garantie empfehlen wir jedem Eigentümer des Fahrzeuges. Unser Versicherungspartner, die MENEKS AG versichert vor allem die Baugruppen: Rumpfmotor, Zylinderkopf, Zylinderkopfdichtung, Katalysator und Turbolader etc. Diese Garantie wird auf das umgerüstete Fahrzeug abgeschlossen, so dass ein Besitzerwechsel für die Gas-Zusatzversicherung unrelevant ist. Der Besitzerwechsel muss jedoch innerhalb von 2 Wochen schriftlich gemeldet werden. Die Abwicklung der Versicherungsformalitäten erfolgt ebenfalls als unsere kostenfreie Serviceleistung! Diese Versicherung kostet bspw. für 12 Monate 59,00 € zzgl. MwSt. und für 24 Monate 99,00 € zzgl. MwSt. Prämie. Versichert werden Fahrzeuge bis maximal 160.000 Km Laufleistung. 24. Welche Vorteile hat Flüssiggas gegenüber Erdgas?
25. Im Kurzüberblick: Was sollten Fahrzeugbesitzer beachten, wenn sie sich für eine Umrüstung auf Autogas entscheiden:
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